Schilddrüsenunterfunktion bei Frauen: Symptome, Ursachen und hormonelle Zusammenhänge
Eine Schilddrüsenunterfunktion bedeutet, dass der Körper nicht ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt wird.
Sie kann sich langsam entwickeln und wird deshalb manchmal erst spät erkannt.
Gerade bei Frauen überschneiden sich typische Beschwerden zudem mit anderen hormonellen Veränderungen, zum Beispiel in der Perimenopause.
Typische Hinweise können sein:
Müdigkeit
Erschöpfung
Gewichtszunahme
Kältegefühl
trockene Haut
Haarausfall
Verstopfung
Konzentrationsprobleme
Antriebslosigkeit
Zyklusveränderungen
Wie erkenne ich eine Schilddrüsenunterfunktion? Erfahre mehr darüber.
Die Schilddrüse: kleines Organ mit großer Wirkung
Die Schilddrüse produziert vor allem die Hormone T4 und T3.
Diese beeinflussen zahlreiche Prozesse im Körper.
Dazu gehören unter anderem:
Energieverbrauch
Stoffwechsel
Körpertemperatur
Herz-Kreislauf-System
Muskelfunktion
Nervensystem
Verdauung
Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel
Wachstum und Entwicklung
Fruchtbarkeit
Deshalb kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion sehr unterschiedlich bemerkbar machen.
Hormon-Stoffwechsel-Regulation: Deinen Körper nicht nur symptomatisch betrachten, sondern in seinen Zusammenhängen.
Was passiert bei einer Schilddrüsenunterfunktion?
Bei einer Unterfunktion stehen dem Körper zu wenig wirksame Schilddrüsenhormone zur Verfügung.
Dadurch laufen viele Stoffwechselprozesse langsamer.
Typisch können sein:
Müdigkeit
verlangsamtes Denken
Kälteempfindlichkeit
trockene Haut
Haarausfall
langsamere Verdauung
verminderte Belastbarkeit
depressive Verstimmung
Veränderungen von Zyklus und Fruchtbarkeit
Die Beschwerden sind nicht bei jeder Frau gleich stark ausgeprägt.
Die Körpertemperatur - Spiegel deiner Schilddrüse und Gesundheit.
Gewichtszunahme und Schilddrüse
Viele Frauen verbinden eine Schilddrüsenunterfunktion mit Gewichtszunahme.
Das ist nachvollziehbar, weil Schilddrüsenhormone den Energieverbrauch beeinflussen.
Trotzdem gilt:
Nicht jede Gewichtszunahme ist automatisch eine Schilddrüsenunterfunktion.
Auch Insulin, Muskelmasse, Schlaf, Stress, Wechseljahre und Ernährung können eine Rolle spielen.
Mehr dazu findest du unter Gewichtszunahme bei Frauen: hormonelle und körperliche Ursachen.
Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
Hashimoto Thyreoiditis
Zustand nach Schilddrüsenoperation
Radiojodtherapie
bestimmte Medikamente
Jodmangel oder selten auch andere Jodprobleme
Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse
angeborene Störungen
Die häufigste Ursache einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion in Regionen mit ausreichender Jodversorgung ist Hashimoto.
Mehr dazu findest du unter Hashimoto Thyreoiditis.
Schilddrüse und weibliche Hormone
Schilddrüse und Sexualhormone stehen nicht unabhängig voneinander.
Estradiol, Progesteron und Androgene beeinflussen verschiedene Stoffwechsel- und Regulationsprozesse.
Auch Veränderungen der Schilddrüsenfunktion können sich wiederum auf den Zyklus auswirken.
Mögliche Folgen können sein:
Zyklusveränderungen
stärkere oder schwächere Blutungen
Kinderwunschprobleme
PMS-ähnliche Beschwerden
Müdigkeit
Gewichtszunahme
Haarausfall
Aus meiner Praxiserfahrung lohnt es sich deshalb gerade bei Frauen häufig, Schilddrüse und Sexualhormone gemeinsam zu betrachten.
Schilddrüse und Wechseljahre
Viele Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion ähneln typischen Wechseljahresbeschwerden.
Zum Beispiel:
Müdigkeit
Gewichtszunahme
Konzentrationsprobleme
Stimmungsschwankungen
Haarausfall
Schlafprobleme
Deshalb sollte nicht automatisch alles den Wechseljahren zugeschrieben werden.
Umgekehrt sollte auch nicht jede Beschwerde nur mit der Schilddrüse erklärt werden.
Mehr dazu findest du unter Wechseljahre und Perimenopause.
Schilddrüse und Leber - warum deine Schilddrüse Unterstützung braucht.
Diagnostik
Zur Diagnostik gehören eine ausführliche Anamnese und Laboruntersuchungen.
Wichtige Werte sind:
TSH
fT4
je nach Fragestellung fT3
Bei Verdacht auf Hashimoto können zusätzlich sinnvoll sein:
TPO-Antikörper
Thyreoglobulin-Antikörper
Je nach Befund kann auch eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse sinnvoll sein.
Wichtig ist:
Ein einzelner TSH-Wert sollte nicht immer isoliert betrachtet werden.
Beschwerden, Verlauf, Medikamente, Vorerkrankungen und weitere Laborwerte gehören zur Einordnung.
Cortisol, Stress und Schilddrüse
Chronischer Stress kann Stoffwechsel, Schlaf und hormonelle Regulation beeinflussen.
Auch Cortisol steht in Wechselwirkung mit zahlreichen Stoffwechselprozessen.
Ich würde aber nicht formulieren, dass Cortisol die Schilddrüse einfach "positiv oder negativ steuert".
Sauberer ist:
Stressregulation und Schilddrüsenfunktion können sich gegenseitig beeinflussen und Beschwerden können sich überschneiden.
Mehr dazu findest du unter Cortisol-Speicheltest: Stresshormon im Tagesverlauf messen.
Ganzheitliche Betrachtung in meiner Praxis
In meiner Privatpraxis betrachte ich Schilddrüsenbeschwerden nicht ausschließlich anhand des TSH-Wertes.
Je nach Situation können berücksichtigt werden:
TSH, fT4 und fT3
Antikörper
Estradiol und Progesteron
Zyklus
Wechseljahresphase
Cortisol und Stress
Eisenstatus
Mikronährstoffe
Darm
Stoffwechsel
bestehende Medikamente
Aus meiner Erfahrung treten Schilddrüsenbeschwerden bei Frauen häufig zusammen mit weiteren hormonellen oder metabolischen Veränderungen auf.
Mehr über meine Vorgehensweise findest du unter Hormonsprechstunde und Regulationsanalyse.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Eine medizinische Abklärung ist sinnvoll bei:
ausgeprägter Müdigkeit
deutlicher Gewichtszunahme
starkem Kältegefühl
anhaltendem Haarausfall
ausgeprägter Verstopfung
auffälligen Schilddrüsenwerten
Kinderwunsch
Schwangerschaft
tastbarer Veränderung der Schilddrüse
Herzproblemen oder starken Kreislaufbeschwerden
Eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion gehört ärztlich behandelt.
Naturheilkunde und ganzheitliche Hormonregulationstherapie können unterstützend eingesetzt werden.
Naturheilkundliche Maßnahmen können ergänzend eingesetzt werden, ersetzen aber eine notwendige Schilddrüsenhormontherapie nicht.
Fazit
Die Schilddrüse beeinflusst Stoffwechsel, Energie, Temperatur, Verdauung und viele weitere Körperfunktionen.
Bei einer Unterfunktion können deshalb sehr unterschiedliche Beschwerden auftreten.
Gerade bei Frauen sollte auch das Zusammenspiel mit Zyklus, Sexualhormonen, Stress und Wechseljahren berücksichtigt werden.
Entscheidend ist:
Nicht nur einen einzelnen Laborwert betrachten, sondern Beschwerden
und hormonelles Gesamtbild zusammen einordnen.
Heike Votteler, Heilpraktikerin
Ganzheitliche Frauenheilkunde und bioidentische Hormone
Oy-Mittelberg/Allgäu


