Wie erkenne ich eine Schilddrüsenunterfunktion?
Symptome, Ursachen und Diagnose der Hypothyreose
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ an der Vorderseite des Halses – doch ihre Funktion ist alles andere als klein. Sie steuert zentrale Prozesse im Körper, von Stoffwechsel über Energiehaushalt bis hin zur geistigen Leistungsfähigkeit. Wenn sie zu wenig Hormone produziert, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt. Doch wie erkennt man diese Erkrankung? Hier findest du eine ausführliche Übersicht mit allen wichtigen Informationen.
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion bildet die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone (T3 und T4). Diese Hormone sind essenziell für fast alle Stoffwechselvorgänge im Körper. Ein Mangel kann deshalb vielfältige Auswirkungen haben. Besonders tückisch: Die Symptome entwickeln sich meist schleichend – viele Betroffene bemerken sie erst spät oder bringen sie nicht mit der Schilddrüse in Verbindung.
Häufige Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
Die Symptome können je nach Schweregrad und Dauer der Erkrankung stark variieren. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
1. Ständige Müdigkeit und Erschöpfung
Auch nach ausreichend Schlaf fühlst du dich schlapp und energielos? Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Energiestoffwechsel verlangsamen, was zu anhaltender Müdigkeit führt.
2. Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
Viele Betroffene berichten über „Gehirnnebel“ – das Gefühl, geistig nicht ganz wach zu sein oder sich nur schwer konzentrieren zu können.
3. Kälteempfindlichkeit
Wenn dir ständig kalt ist – selbst bei normalen Temperaturen – könnte das an einem verlangsamten Stoffwechsel liegen.
4. Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung
Eine der häufigsten Beschwerden: Du nimmst zu, obwohl du nicht mehr isst als sonst. Der Grund ist ein verlangsamter Grundumsatz.
5. Trockene Haut und brüchige Haare
Schilddrüsenhormone beeinflussen auch die Haut- und Haarstruktur. Ein Mangel zeigt sich oft durch trockene, schuppige Haut und sprödes Haar.
6. Verstopfung
Die Verdauung wird durch die Hormonlage reguliert. Bei einer Unterfunktion ist sie oft träge.
7. Depressive Verstimmungen
Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und sogar depressive Symptome sind keine Seltenheit.
8. Menstruationsstörungen
Bei Frauen kann es zu Zyklusstörungen, verstärkten Blutungen oder sogar Unfruchtbarkeit kommen.
Weitere mögliche Anzeichen
Langsamer Puls
Heiserkeit
Aufgedunsenes Gesicht
Schwellung an der Schilddrüse (Kropf)
Muskelschmerzen
Libidoverlust
Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion
Die häufigsten Ursachen sind:
Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis): Der Körper greift fälschlicherweise die eigene Schilddrüse an.
Jodmangel: In Regionen mit geringem Jodgehalt im Trinkwasser kann es zu einer Unterfunktion kommen.
Nach einer Schilddrüsenoperation oder -bestrahlung
Medikamente (z. B. Lithium, Amiodaron)
Angeborene Unterfunktion (selten)
Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus:
1. Anamnese und körperliche Untersuchung
Der Arzt fragt nach Symptomen, Krankengeschichte und tastet die Schilddrüse ab.
2. Blutuntersuchung
Hierbei werden insbesondere folgende Werte kontrolliert:
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon): Der wichtigste Marker. Ein erhöhter TSH-Wert weist auf eine Unterfunktion hin.
fT3 und fT4: Freie Schilddrüsenhormone. Bei einer Unterfunktion sind sie meist erniedrigt.
TPO-Antikörper: Können auf eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto hinweisen.
3. Ultraschalluntersuchung
Damit kann die Struktur der Schilddrüse überprüft und z. B. eine Entzündung oder ein Knoten erkannt werden.
Wann sollte man zum Arzt?
Wenn du über längere Zeit mehrere der genannten Symptome bei dir beobachtest, ist es ratsam, einen Arzt – idealerweise einen Endokrinologen – aufzusuchen. Nur eine genaue Diagnose kann klären, ob tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt und welche Behandlung nötig ist.
Fazit: Frühzeitige Erkennung ist entscheidend
Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine ernstzunehmende, aber gut behandelbare Erkrankung. Wer die Symptome kennt und frühzeitig handelt, kann Folgeerkrankungen vermeiden und Lebensqualität zurückgewinnen.
Du hast den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion?
Dann zögere nicht: Vereinbare einen Termin bei deinem Hausarzt oder einem Endokrinologen und lass deine Schilddrüsenwerte kontrollieren. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto einfacher lässt sich die richtige Therapie einleiten. Dein Körper wird es dir danken!
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