Praxis für Bioresonanz und ganzheitliche Frauenheilkunde
 
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ME/CFS: Wenn Erschöpfung weit über Müdigkeit hinausgeht

 

 

Erschöpft, kaum belastbar und trotzdem ohne klare Erklärung: Menschen mit ME/CFS erleben häufig, dass ihre Beschwerden zunächst als Stress, Burn-out oder normale Müdigkeit eingeordnet werden.

 

Doch ME/CFS ist nicht einfach nur „sehr müde sein“.

 

Die Erkrankung kann den gesamten Alltag verändern. 

Bereits geringe körperliche, geistige oder emotionale Belastungen können zu einer deutlichen und teilweise lang anhaltenden Verschlechterung führen. 

Genau diese Belastungsintoleranz unterscheidet ME/CFS von vielen anderen Erschöpfungszuständen.

 

Mehr über meine analytische und ganzheitliche Arbeitsweise: So arbeite ich - was dich in meiner Praxis erwartet

 

 


Was bedeutet ME/CFS?

ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise Chronisches Fatigue-Syndrom. Es handelt sich um ein komplexes Krankheitsbild, das verschiedene körperliche Regulationsbereiche betreffen kann.

 

Typisch sind eine erhebliche Einschränkung der früheren Leistungsfähigkeit, eine ausgeprägte Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf und eine Verschlechterung nach Belastung. Zusätzlich können Konzentrationsstörungen oder Kreislaufbeschwerden auftreten. 

 

Die Erschöpfung bei ME/CFS:

 

  • wird durch Ruhe oder Schlaf nicht ausreichend gebessert,

  • steht häufig nicht im Verhältnis zur vorausgegangenen Belastung,

  • betrifft körperliche und geistige Aktivitäten,

  • kann von zahlreichen weiteren Beschwerden begleitet sein,

  • schränkt Beruf, Familie und soziale Aktivitäten teilweise erheblich ein.

 

Manche Betroffene können ihren Alltag noch eingeschränkt bewältigen. Andere sind überwiegend an das Haus oder sogar an das Bett gebunden. Die Schweregrade unterscheiden sich deutlich.

 

 


Das Leitsymptom: Post-Exertional Malaise

Das wichtigste Merkmal von ME/CFS ist die sogenannte Post-Exertional Malaise, kurz PEM. 

 

Gemeint ist eine Verschlechterung der Beschwerden nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sensorischer Belastung.

 

Dabei muss es sich nicht um Sport oder eine offensichtlich große Anstrengung handeln. Je nach Schweregrad können bereits ein Arzttermin, ein längeres Gespräch, Bildschirmarbeit, Einkaufen, Duschen oder starke Licht- und Geräuschreize eine Verschlechterung auslösen.

 

Typisch ist, dass diese Reaktion teilweise erst Stunden später oder am folgenden Tag auftritt. Häufig verstärken sich die Symptome etwa 12 bis 48 Stunden nach der Belastung und können Tage oder Wochen anhalten. 

 

Eine solche Verschlechterung wird von Betroffenen häufig als Crash bezeichnet.

 

Während eines Crashs können sich unter anderem verstärken:

 

  • Erschöpfung und ausgeprägte Schwäche,

  • Muskel- und Gliederschmerzen,

  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme,

  • Schlafstörungen,

  • Kopfschmerzen,

  • Schwindel und Kreislaufbeschwerden,

  • grippeähnliches Krankheitsgefühl,

  • Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen.

 

PEM ist deshalb nicht mit dem normalen Muskelkater oder der üblichen Müdigkeit nach einer Anstrengung vergleichbar.

 

 


Welche Symptome können bei ME/CFS auftreten?

ME/CFS zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Häufig treten mehrere Beschwerden gleichzeitig auf.

 

Ausgeprägte Erschöpfung

Die Erschöpfung ist tiefgreifend und wird durch Schlaf oder längere Ruhephasen nicht ausreichend behoben. Betroffene beschreiben häufig einen deutlichen Verlust ihrer früheren körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

 

Nicht erholsamer Schlaf

Auch nach ausreichend langer Schlafdauer fühlen sich viele Menschen morgens nicht erholt. Zusätzlich können Einschlafprobleme, häufiges Erwachen, ein verschobener Schlafrhythmus oder ein starkes Ruhebedürfnis am Tag auftreten.

 

Konzentrations- und Gedächtnisprobleme

Der häufig verwendete Begriff Brain Fog beschreibt Schwierigkeiten beim Denken, Sprechen, Lesen, Erinnern oder Verarbeiten von Informationen. Gespräche und Entscheidungen können dadurch sehr anstrengend werden.

 

Kreislaufbeschwerden und orthostatische Intoleranz

Beim Aufstehen oder längeren Sitzen und Stehen können Schwindel, Herzrasen, Schwäche, Benommenheit oder Sehstörungen auftreten.

 

Ein Teil der Betroffenen entwickelt ein posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom, kurz POTS. Dabei steigt der Puls in aufrechter Körperposition deutlich an.

 

Mehr dazu liest du in meinem Beitrag „POTS bei ME/CFS: Herzrasen, Schwindel und hoher Puls beim Aufstehen“.

 

 


Schmerzen und erhöhte Reizempfindlichkeit

Möglich sind Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen sowie eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen, Berührung oder Temperaturveränderungen.

 

Weitere mögliche Beschwerden

Darüber hinaus können unter anderem auftreten:

 

  • grippeähnliches Krankheitsgefühl,

  • Halsschmerzen oder empfindliche Lymphknoten,

  • Verdauungsbeschwerden,

  • Übelkeit,

  • Temperaturempfindlichkeit,

  • hormonelle und zyklusabhängige Beschwerdeschwankungen,

  • Kopfschmerzen oder Migräne,

  • Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten oder bestimmten Lebensmitteln.

 

ME/CFS ist nicht dasselbe wie Burn-out oder Depression

ME/CFS kann von außen ähnlich wirken wie ein Burn-out, eine Depression oder eine stressbedingte Erschöpfung. Die Krankheitsbilder sind jedoch nicht gleichzusetzen.

 

Ein entscheidender Unterschied ist die Belastungsintoleranz mit PEM. Bei ME/CFS kann eine Aktivitätssteigerung die körperlichen Beschwerden deutlich verschlimmern.

 

Psychische Belastungen können zusätzlich entstehen, wenn Menschen über Monate oder Jahre nicht ernst genommen werden, ihren Beruf nicht mehr ausüben können oder zunehmend auf Unterstützung angewiesen sind. Sie erklären jedoch nicht automatisch das gesamte Krankheitsbild.

 

Auch eine begleitende Depression oder Angststörung schließt ME/CFS nicht aus. 

Umgekehrt sollte eine Erschöpfung nicht vorschnell als ME/CFS eingeordnet werden, ohne andere mögliche Ursachen sorgfältig abzuklären.

 

 


Wie wird ME/CFS diagnostiziert?

Bislang gibt es keinen einzelnen Laborwert und keinen speziellen Routinetest, mit dem ME/CFS eindeutig nachgewiesen

werden kann. 

Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, der typischen Beschwerden und definierter Diagnosekriterien gestellt. 

 

Gleichzeitig müssen andere Erkrankungen berücksichtigt und soweit möglich ausgeschlossen werden.

 

Je nach Symptomatik können unter anderem Untersuchungen sinnvoll sein zu:

 

  • Blutbild und Entzündungswerten,

  • Eisenstoffwechsel und Vitaminstatus,

  • Schilddrüsenfunktion,

  • Leber- und Nierenfunktion,

  • Blutzuckerstoffwechsel,

  • Infektionen und immunologischen Auffälligkeiten,

  • Herz und Kreislauf,

  • orthostatischer Intoleranz und POTS,

  • Schlafstörungen,

  • neurologischen oder rheumatologischen Erkrankungen.

 

Eine sorgfältige Differenzialdiagnostik ist wichtig, weil ausgeprägte Erschöpfung bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen vorkommen kann.

 

Welche Rolle Schilddrüsenwerte dabei spielen können, erfährst du im Beitrag „ME/CFS und Schilddrüse: Welche Werte und Zusammenhänge wichtig sind“.

 

 


Welche Rolle spielen Infektionen und Long Covid?

ME/CFS beginnt bei vielen Betroffenen nach einer Infektion. Häufig wird ein plötzlicher Krankheitsbeginn nach einem viralen Infekt beschrieben. Seit der COVID-19-Pandemie erfüllen auch einige Menschen mit Long Covid die diagnostischen Kriterien für ME/CFS. 

 

Nicht jede anhaltende Erschöpfung nach einer Infektion ist jedoch automatisch ME/CFS. Entscheidend sind das gesamte Beschwerdebild, die ausgeprägte Belastungsintoleranz und insbesondere das Auftreten von PEM.

 

Die genauen Krankheitsmechanismen sind noch nicht abschließend geklärt. Wissenschaftlich untersucht werden unter anderem Veränderungen des Immun- und Nervensystems, des Energiestoffwechsels, der Gefäßregulation und der Durchblutung. Daraus lässt sich derzeit jedoch keine allgemeingültige Ursache oder ein einheitliches Therapiekonzept für alle Betroffenen ableiten.

 

 


Warum Pacing so wichtig ist

Bei ME/CFS gilt nicht automatisch: mehr Bewegung führt zu mehr Belastbarkeit.

 

Eine starre Steigerung von Aktivität oder Training kann bei bestehender PEM zu einer Verschlechterung führen. Die NICE-Leitlinie rät deshalb von Programmen ab, bei denen körperliche Aktivität unabhängig von den individuellen Symptomen und Belastungsgrenzen schrittweise gesteigert wird. 

 

Stattdessen spielt Pacing eine zentrale Rolle.

 

Pacing bedeutet, körperliche, geistige und emotionale Aktivitäten so zu planen, dass die individuelle Belastungsgrenze möglichst nicht überschritten wird. Aktivität und Erholung werden an die aktuell vorhandene Energie angepasst.

 

Das kann bedeuten:

 

  • Tätigkeiten in kleinere Schritte aufzuteilen,

  • rechtzeitig Pausen einzuplanen,

  • nicht erst bei völliger Erschöpfung aufzuhören,

  • körperliche und geistige Belastungen gleichermaßen zu berücksichtigen,

  • Aktivitäten und nachfolgende Symptome zu dokumentieren,

  • Termine und Verpflichtungen realistisch zu begrenzen,

  • Hilfsmittel anzunehmen, wenn sie Energie sparen.

 

Pacing ist keine vollständige Inaktivität. Es geht darum, Überlastungen und wiederholte Crashs möglichst zu vermeiden und innerhalb der individuellen Belastbarkeit zu bleiben. 

 

 


Gibt es eine Behandlung für ME/CFS?

Eine allgemein anerkannte ursächliche Standardtherapie, die ME/CFS zuverlässig heilt, steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Begleitung orientiert sich deshalb an den individuellen Beschwerden, Begleiterkrankungen und dem jeweiligen Schweregrad. 

 

Im Mittelpunkt können stehen:

 

  • Vermeidung von Überlastung und PEM,

  • Behandlung von Schlafstörungen und Schmerzen,

  • Unterstützung bei Kreislaufbeschwerden und POTS,

  • Abklärung und Behandlung nachgewiesener Mängel,

  • Anpassung von Ernährung und Flüssigkeitszufuhr an die individuelle Situation,

  • Behandlung zusätzlicher Erkrankungen,

  • Unterstützung bei der Strukturierung des Alltags,

  • psychologische Begleitung bei Bedarf – nicht als Erklärung der Erkrankung, sondern als Unterstützung im Umgang mit ihrer Belastung.

 

Maßnahmen müssen vorsichtig begonnen und individuell angepasst werden. Was einem Menschen hilft, kann für einen anderen zu belastend oder ungeeignet sein.

 

 


ME/CFS bei Frauen

Frauen sind besonders häufig von ME/CFS betroffen. Gleichzeitig können Zyklusveränderungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Endometriose, Autoimmunerkrankungen oder hormonelle Umbruchphasen zusätzliche Beschwerden verursachen oder das Gesamtbild komplizierter machen.

 

Deshalb sollte nicht jedes Symptom pauschal dem ME/CFS zugeschrieben werden. Gleichzeitig darf eine nachgewiesene hormonelle oder metabolische Auffälligkeit nicht dazu führen, dass PEM und die typische Belastungsintoleranz übersehen werden.

 

Weitere Zusammenhänge erläutere ich in meinem Beitrag „ME/CFS bei Frauen: Symptome und wichtige Begleiterkrankungen“.

 

 


Naturheilkundliche Begleitung bei ME/CFS in meiner Privatpraxis

In meiner Privatpraxis begleite ich zunehmend Patientinnen und Patienten mit ME/CFS, Long Covid, POTS und ausgeprägter Belastungsintoleranz. Viele kommen mit umfangreichen Befunden, unterschiedlichen Begleiterkrankungen und einer langen Krankheitsgeschichte.

 

In der naturheilkundlichen Sprechstunde nehme ich mir Zeit, die vorhandenen Beschwerden und Befunde im Zusammenhang zu betrachten. Je nach individueller Situation können dabei unter anderem folgende Bereiche berücksichtigt werden:

 

  • Schlaf, Stressregulation und Nervensystem,

  • Kreislaufbeschwerden und POTS,

  • Schilddrüse und Stoffwechsel,

  • Eisenstoffwechsel und Mikronährstoffversorgung,

  • Verdauung, Leber und Verträglichkeiten,

  • hormonelle Beschwerden und Zyklusveränderungen,

  • Ernährung und individuell angepasste Alltagsstrukturen.

 

Dabei ist mir eine realistische Einschätzung besonders wichtig: ME/CFS ist ein komplexes Krankheitsbild, das Geduld, Zeit und ein sehr individuelles Vorgehen erfordert. Schnelle Lösungen oder pauschale Therapieversprechen wären unseriös.

 

Die Belastungsgrenzen der Betroffenen müssen konsequent berücksichtigt werden. Auch Termine, Untersuchungen und therapeutische Maßnahmen dürfen nicht zu einer zusätzlichen Überforderung führen.

 

Die naturheilkundliche Begleitung ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder notwendige medizinische Behandlung. Sie kann diese jedoch ergänzen und dabei helfen, Begleiterkrankungen, Mängel und zusätzliche Belastungsfaktoren gezielt in den Blick zu nehmen.

 

Welche Sprechstunde passt zu dir?

Für eine ausführliche Erstanamnese und die gemeinsame Einordnung deiner Beschwerden kannst du einen Termin in meiner naturheilkundlichen Sprechstunde buchen. Informationen zu Dauer und Kosten findest du direkt in meinem Online-Terminbuchungssystem bei der jeweiligen Leistung.

 

→ Termin für die naturheilkundliche Sprechstunde online buchen

 

 


Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?

Neue oder deutlich zunehmende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders bei:

 

  • Brustschmerzen oder ausgeprägter Atemnot,

  • Ohnmacht,

  • neuen neurologischen Ausfällen,

  • starkem oder anhaltendem Herzrasen,

  • hohem Fieber,

  • deutlichem ungewolltem Gewichtsverlust,

  • Blutungen,

  • rascher Verschlechterung des Allgemeinzustands.

 

Auch bei länger bestehender Erschöpfung ist eine medizinische Abklärung notwendig, bevor von ME/CFS ausgegangen wird.

 

 


Fazit

ME/CFS ist weit mehr als Müdigkeit. Das zentrale Merkmal ist die Belastungsintoleranz mit einer teilweise verzögerten Verschlechterung nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung.

 

Wer diese Reaktion nicht erkennt und versucht, sich mit immer mehr Aktivität „zurück ins Leben zu trainieren“, riskiert zusätzliche Einbrüche. Deshalb sind eine sorgfältige Diagnostik, das Erkennen von PEM, ein angepasstes Pacing und die Behandlung begleitender Beschwerden entscheidend.

 

ME/CFS erfordert keine pauschalen Lösungen, sondern einen differenzierten und respektvollen Umgang mit den individuellen Grenzen jedes einzelnen Menschen.

 

 

Heike Votteler
Heilpraktikerin
Privatpraxis für ganzheitliche Frauenheilkunde und Regulationsmedizin
Oy-Mittelberg im Allgäu

 

 


Medizinischer Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. ME/CFS und Schilddrüsenerkrankungen können weder durch Bioresonanz noch durch den Bicom Body Balance Check Advanced diagnostiziert werden.

 


Quellenangaben

  • Charité Fatigue Centrum: Informationen zu ME/CFS, Diagnostik, PEM und Pacing. 

  • Centers for Disease Control and Prevention: Symptome, Diagnosekriterien und Umgang mit ME/CFS. 

  • NICE Guideline NG206: Diagnose und Behandlung von ME/CFS. 

  • AWMF: S3-Leitlinie Müdigkeit. 

 


 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 13. Juli 2026

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