PMOS: Polymetabolisches Ovarialsyndrom bei Frauen
Das PMOS gehört zu den häufigsten hormonellen und metabolischen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter.
Wichtig zu wissen:
PCOS heißt jetzt PMOS!
Typisch sind Veränderungen im Zusammenspiel von:
Zyklus und Eisprung
Androgenen
Insulin und Stoffwechsel
Eierstockfunktion
Viele Frauen bemerken zunächst nur einzelne Beschwerden und wissen lange nicht, dass diese zusammenhängen können.
Häufige Hinweise sind:
unregelmäßige Zyklen
seltene oder ausbleibende Eisprünge
Akne
vermehrte Körperbehaarung
Haarausfall
Gewichtszunahme
Kinderwunschprobleme
Auch schlanke Frauen können betroffen sein.
Was bedeutet PMOS?
Der klassische Begriff PCOS steht für Polyzystisches Ovarialsyndrom.
Der Begriff kann jedoch irreführend sein, weil nicht jede betroffene Frau tatsächlich viele Zysten an den Eierstöcken hat.
Deshalb verwende ich auf meiner Seite den Begriff PMOS, um stärker den hormonellen und metabolischen Zusammenhang zu betonen.
Wichtig ist:
PMOS ist nicht einfach eine Erkrankung der Eierstöcke.
Es betrifft häufig mehrere Bereiche gleichzeitig:
Hormone
Stoffwechsel
Insulinregulation
Zyklus
Fruchtbarkeit
PCOS/PMOS erkennen - typische Symptome und Anzeichen
Typische Symptome bei PMOS
PMOS kann sich sehr unterschiedlich zeigen.
Häufig treten auf:
verlängerte oder unregelmäßige Zyklen
seltene Menstruationen
ausbleibende Blutungen
ausbleibende Eisprünge
fettige Haut
vermehrte Gesichts- oder Körperbehaarung
Gewichtszunahme
vermehrtes Bauchfett
Schwierigkeiten beim Abnehmen
Kinderwunschprobleme
Nicht jede Frau hat alle Beschwerden.
PMOS und Zyklusstörungen
Bei PMOS kommt es häufig zu seltenen oder ausbleibenden Eisprüngen.
Dadurch kann sich der Zyklus deutlich verlängern.
Typisch sind zum Beispiel:
Oligomenorrhoe
Amenorrhoe
sehr unregelmäßige Blutungen
lange Zyklusabstände
Wenn kein regelmäßiger Eisprung stattfindet, verändert sich auch die Progesteronbildung.
Das kann wiederum weitere hormonelle Beschwerden begünstigen.
Mehr dazu findest du unter Zyklusstörungen: Wenn der weibliche Zyklus aus dem Rhythmus gerät.
Androgene und PMOS
Bei vielen Frauen mit PMOS ist die Androgenwirkung erhöht.
Dazu gehören unter anderem:
Testosteron
Androstendion
DHEA beziehungsweise DHEA-S
Eine erhöhte Androgenwirkung kann sich zeigen durch:
Akne
fettige Haut
vermehrte Körperbehaarung
Bartwuchs
Haarausfall
Wichtig ist:
Nicht nur der einzelne Laborwert zählt.
Auch die klinischen Beschwerden spielen eine Rolle.
Insulinresistenz und PMOS
Insulinresistenz spielt bei vielen Frauen mit PMOS eine wichtige Rolle.
Dabei reagiert das Gewebe weniger empfindlich auf Insulin.
Der Körper produziert dann häufig mehr Insulin, um den Blutzucker stabil zu halten.
Erhöhte Insulinspiegel können wiederum die Androgenproduktion beeinflussen.
Dadurch kann ein Kreislauf entstehen aus:
Insulinresistenz
höheren Androgenspiegeln
Zyklusstörungen
ausbleibenden Eisprüngen
Gewichtszunahme
Aber:
Nicht jede Frau mit PMOS ist übergewichtig und nicht jede Frau mit PMOS hat eine ausgeprägte Insulinresistenz.
Auch schlanke Frauen können betroffen sein.
PMOS und Kinderwunsch
PMOS gehört zu den häufigen Ursachen für Schwierigkeiten beim Schwangerwerden.
Der Hauptgrund ist oft:
Der Eisprung findet nicht regelmäßig statt.
Das bedeutet aber nicht, dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist.
Aus meiner Praxiserfahrung sehe ich Frauen mit PMOS, bei denen sich Zyklus und Eisprung unter einer gezielten hormonellen und metabolischen Begleitung verbessern.
Gerade bei Kinderwunsch lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf:
Zyklus
Eisprung
Progesteron
Estradiol
Androgene
Schilddrüse
Insulin
Stoffwechsel
Mikronährstoffe
Mehr dazu findest du unter Kinderwunsch ganzheitlich begleiten.
PMOS und Gewicht
Viele Frauen mit PMOS berichten über Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen.
Besonders häufig ist vermehrtes Bauchfett.
Dabei spielen häufig mehrere Faktoren zusammen:
Insulinresistenz
Androgene
Muskelmasse
Schlaf
Stress
Ernährung
Bewegung
Stoffwechsel
Ich würde deshalb nicht nur das Gewicht betrachten.
Entscheidend ist die metabolische Situation.
Mehr dazu findest du unter Gewichtszunahme bei Frauen: hormonelle und körperliche Ursachen.
Wie wird PMOS diagnostiziert?
Die Diagnose sollte nicht nur anhand eines einzelnen Ultraschallbefundes gestellt werden.
Wichtig sind mehrere Bereiche.
Dazu können gehören:
Zyklusverlauf
Eisprung
klinische Zeichen einer erhöhten Androgenwirkung
Laborwerte
Ultraschall
Ausschluss anderer hormoneller Ursachen
Je nach Situation können Laborwerte sinnvoll sein wie:
Testosteron
freies Testosteron
SHBG
Androstendion
DHEA-S
LH
FSH
Estradiol
Progesteron
TSH
Prolaktin
Glukose
Insulin
HbA1c
HOMA-Index
Nicht alle Werte müssen bei jeder Frau bestimmt werden.
Polyzystische Ovarien im Ultraschall
Der Name PCOS hat lange den Eindruck vermittelt, dass Zysten das zentrale Problem sind.
Das ist nicht korrekt.
Im Ultraschall können viele kleine Follikel sichtbar sein.
Diese sind nicht automatisch echte Zysten.
Auch Frauen ohne typisches polyzystisches Ovarbild können PMOS haben.
Umgekehrt bedeutet ein polyzystisches Ovarbild im Ultraschall nicht automatisch, dass ein PMOS vorliegt.
Ganzheitliche Betrachtung bei PMOS
In meiner Privatpraxis betrachte ich PMOS nicht nur als Eierstockproblem.
Je nach Beschwerdebild können berücksichtigt werden:
Progesteron und Estradiol
Androgene
Zyklus und Eisprung
Schilddrüse
Insulin und Blutzucker
HOMA-Index
Cortisol und Stressregulation
Darm
Leber
Mikronährstoffe
Ernährung
Bewegung
Aus meiner Erfahrung ist gerade die Kombination aus hormoneller Regulation und Stoffwechsel entscheidend.
Mehr über meine Vorgehensweise findest du unter Hormonsprechstunde und Regulationsanalyse.
Was du selbst unterstützen kannst
Sinnvoll können sein:
regelmäßige Bewegung
Krafttraining
ausreichend Eiweiß
ballaststoffreiche Ernährung
stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren
Blutzuckerschwankungen vermeiden
Schlaf verbessern
Stress reduzieren
Gewicht normalisieren, wenn Übergewicht besteht
Wichtig ist:
Auch bei schlanken Frauen sollte nicht nur auf das Gewicht geschaut werden.
Ernährung bei PCOS/PMOS - so bringst du deine Hormone ins Gleichgewicht
Wann eine gynäkologische oder endokrinologische Abklärung wichtig ist
Eine weiterführende Abklärung ist sinnvoll bei:
sehr unregelmäßigen Zyklen
länger ausbleibender Menstruation
starkem Bartwuchs
ausgeprägter Akne
deutlichem Haarausfall
Kinderwunsch
ungewöhnlich hohen Androgenwerten
rasch zunehmender Vermännlichung
auffälligen Blutzucker- oder Insulinwerten
Gerade sehr schnell auftretende starke Androgenzeichen sollten medizinisch abgeklärt werden.
Fazit
PMOS ist keine reine Eierstockstörung.
Es betrifft häufig das Zusammenspiel von:
Hormonen, Insulin, Stoffwechsel, Zyklus und Fruchtbarkeit.
Nicht jede Frau ist übergewichtig.
Nicht jede Frau hat sichtbare polyzystische Ovarien.
Nicht jede Frau hat dieselben Beschwerden.
Entscheidend ist deshalb die individuelle Einordnung.
Heike Votteler, Heilpraktikerin
Ganzheitliche Frauenheilkunde und bioidentische Hormone
Oy-Mittelberg/Allgäu


