Polymenorrhoe - Ursachen und Behandlung bei zu kurzen Zyklen
Polymenorrhoe - wenn die Periode zu häufig kommt
Deine Menstruation setzt regelmäßig ein, aber die Abstände zwischen den Blutungen sind ungewöhnlich kurz? Dann kann eine sogenannte Polymenorrhoe vorliegen.
Als Polymenorrhoe wird eine Zyklusstörung bezeichnet, bei der die Menstruationsblutung in sehr kurzen Abständen auftritt. Der Zyklus wird dabei vom ersten Tag einer Blutung bis zum ersten Tag der nächsten Blutung gezählt.
Wichtig ist die Abgrenzung: Eine Polymenorrhoe beschreibt zunächst die Häufigkeit der Blutungen. Sie bedeutet nicht automatisch, dass die einzelne Menstruationsblutung besonders stark oder lang sein muss.
Woran erkennst Du eine Polymenorrhoe?
Typisch sind wiederkehrende kurze Zyklen. Die nächste Periode beginnt bereits nach wenigen Wochen oder teilweise noch früher.
Mögliche Begleiterscheinungen können sein:
häufige oder verlängerte Blutungen
Zwischenblutungen
Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit
Kopfschmerzen oder Schwindel
Zyklusbeschwerden und Stimmungsschwankungen
Schwierigkeiten bei bestehendem Kinderwunsch
Nicht jede Blutung ist jedoch automatisch eine echte Menstruation. Auch Zwischenblutungen oder unregelmäßige Blutungen können zunächst wie eine sehr frühe Periode erscheinen.
Welche Ursachen kann eine Polymenorrhoe haben?
Kurze Zyklen können unterschiedliche Ursachen haben.
Häufig spielen Veränderungen innerhalb der hormonellen Regulation eine Rolle. Entscheidend ist unter anderem, ob ein Eisprung stattfindet und wie sich die beiden Zyklushälften entwickeln.
Verkürzte zweite Zyklushälfte
Findet ein Eisprung statt, kann die Zeit zwischen Eisprung und nächster Menstruation verkürzt sein. Diese zweite Zyklushälfte wird auch als Luteal- oder Gelbkörperphase bezeichnet.
Nach dem Eisprung bildet der Gelbkörper vor allem Progesteron. Dieses Hormon unterstützt den Erhalt und die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut.
Ist die Gelbkörperphase deutlich verkürzt oder fällt die Progesteronwirkung zu früh ab, kann die Menstruationsblutung früher einsetzen. In diesem Zusammenhang wird häufig von einer Gelbkörperschwäche oder Lutealphasenstörung gesprochen.
Eine kurze zweite Zyklushälfte kann unter anderem mit folgenden Beschwerden verbunden sein:
Schmierblutungen vor der Periode
PMS-Beschwerden
Brustspannen
Schlafstörungen
innere Unruhe
frühes Einsetzen der Menstruation
Diese Beschwerden beweisen jedoch noch keinen Progesteronmangel. Für eine sinnvolle Beurteilung müssen der Zyklusverlauf, der Zeitpunkt des Eisprungs und weitere mögliche Ursachen berücksichtigt werden.
Verkürzte erste Zyklushälfte
Bei manchen Frauen findet der Eisprung ungewöhnlich früh statt. Dadurch verkürzt sich die erste Zyklushälfte und der gesamte Zyklus wird kürzer.
Eine verkürzte Follikelphase kann beispielsweise in Phasen hormoneller Veränderung auftreten. Besonders während der beginnenden Perimenopause können die Zyklen zunächst kürzer werden, bevor sie später zunehmend unregelmäßig oder länger werden.
Zyklus ohne Eisprung
Kurze oder häufige Blutungsabstände bedeuten nicht automatisch, dass in jedem Zyklus ein Eisprung stattgefunden hat.
Bleibt der Eisprung aus, fehlt die normale Bildung des Gelbkörpers und damit auch der typische Progesteronanstieg der zweiten Zyklushälfte. Die Gebärmutterschleimhaut kann sich dadurch unregelmäßig aufbauen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgestoßen werden.
Solche Blutungen können wie eine frühe Menstruation wirken, sind aber nicht immer Teil eines vollständig abgelaufenen Eisprungzyklus.
Weitere mögliche Auslöser
Neben hormonellen Veränderungen kommen weitere Ursachen infrage:
anhaltender psychischer oder körperlicher Stress
starke sportliche oder körperliche Belastung
deutliche Gewichtsveränderungen
Schilddrüsenfunktionsstörungen
beginnende Perimenopause
Absetzen oder Wechsel hormoneller Verhütungsmittel
bestimmte Medikamente
Entzündungen
Polypen oder Myome
andere Veränderungen der Gebärmutter oder Eierstöcke
Störungen der Blutgerinnung
Deshalb sollte eine neu aufgetretene oder länger anhaltende Polymenorrhoe nicht vorschnell ausschließlich als Progesteronmangel eingeordnet werden.
Polymenorrhoe bei Kinderwunsch
Bei bestehendem Kinderwunsch ist ein genauer Blick auf den Zyklus besonders wichtig.
Eine sehr kurze erste Zyklushälfte kann die Follikel- und Eizellreifung beeinflussen. Eine deutlich verkürzte zweite Zyklushälfte kann wiederum die Bedingungen für die Einnistung einer befruchteten Eizelle beeinträchtigen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Schwangerschaft bei kurzen Zyklen grundsätzlich unmöglich ist. Entscheidend ist, ob ein Eisprung stattfindet, wann er stattfindet und wie stabil sich die zweite Zyklushälfte entwickelt.
Eine individuelle Zyklusdiagnostik ist deshalb aussagekräftiger als die alleinige Betrachtung der gesamten Zykluslänge.
Häufige Blutungen und Eisenmangel
Treten Blutungen sehr häufig auf oder sind sie zusätzlich stark und lang, kann der wiederholte Blutverlust die Eisenspeicher belasten.
Mögliche Hinweise auf einen Eisenmangel sind:
ausgeprägte Müdigkeit
Konzentrationsprobleme
Kopfschmerzen
Schwindel
Kurzatmigkeit bei Belastung
Herzklopfen
Blässe
Haarausfall oder brüchige Nägel
Bei entsprechenden Beschwerden sollten unter anderem das Blutbild und der Ferritinwert ärztlich kontrolliert werden. Eisen sollte nicht allein aufgrund der Zyklusbeschwerden dauerhaft eingenommen werden, sondern gezielt nach einer entsprechenden Diagnostik.
Wann solltest Du die Blutungen gynäkologisch abklären lassen?
Eine gynäkologische Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn:
die kurzen Zyklen neu aufgetreten sind
die Blutungen über mehrere Monate bestehen
Zwischenblutungen auftreten
die Blutung sehr stark oder ungewöhnlich lang ist
Schmerzen, Fieber oder auffälliger Ausfluss hinzukommen
Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr auftreten
eine Schwangerschaft möglich ist
Du Dich erschöpft, schwindelig oder körperlich deutlich geschwächt fühlst
Du Dich in der Perimenopause befindest und sich Dein Blutungsmuster deutlich verändert
ein Kinderwunsch besteht
Bei sehr starken Blutungen, Kreislaufproblemen, Ohnmacht oder starken Schmerzen ist eine zeitnahe medizinische Abklärung erforderlich.
Ganzheitliche Einordnung des Zyklus
Nach der gynäkologischen Abklärung kann es sinnvoll sein, den Zyklus und mögliche hormonelle Zusammenhänge genauer zu betrachten.
In meiner Hormonsprechstunde berücksichtige ich nicht nur einzelne Hormonwerte, sondern unter anderem:
Zykluslänge und Blutungsmuster
mögliche Hinweise auf einen Eisprung
Länge der ersten und zweiten Zyklushälfte
PMS- und Begleitbeschwerden
Stressbelastung und Nervensystem
Schilddrüse und Stoffwechsel
Nährstoffversorgung
Lebensphase und beginnende Wechseljahre
Abhängig von der individuellen Situation können Zyklusbeobachtungen, Temperaturkurven, ärztliche Laborwerte oder eine gezielt geplante Hormondiagnostik zur weiteren Einordnung beitragen.
Ein Hormonspeicheltest ist dabei keine pauschale Lösung für jede Blutungsstörung. Zeitpunkt, Fragestellung und bisherige Befunde müssen zusammenpassen, damit die Untersuchung sinnvoll ausgewertet werden kann.
Welche Zyklusstörung liegt bei Dir vor?
Kurze Zyklen, Zwischenblutungen, sehr starke Blutungen oder ausbleibende Perioden können ähnlich erscheinen, aber unterschiedliche Ursachen haben.
Deshalb beginnt eine sinnvolle Begleitung nicht mit einem einzelnen Präparat oder Hormontest, sondern mit einer ausführlichen Anamnese und einer klaren Einordnung Deiner Beschwerden.
Heilpraktikerin Heike Votteler
Privatpraxis für ganzheitliche Frauenheilkunde und Hormonregulation
Oy-Mittelberg im Allgäu
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