Myome der Gebärmutter: Symptome, Hormone und ganzheitliche Begleitung
Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmuttermuskulatur.
Sie gehören zu den häufigsten gutartigen Veränderungen der Gebärmutter und können einzeln oder mehrfach auftreten.
Viele Myome verursachen überhaupt keine Beschwerden und werden zufällig bei einer gynäkologischen Untersuchung oder im Ultraschall entdeckt.
Ob Beschwerden entstehen, hängt vor allem davon ab:
wie groß das Myom ist
wo es liegt
wie viele Myome vorhanden sind
ob es auf umliegende Organe drückt
wie stark Blutungen beeinflusst werden
Gutartig bedeutet, dass Myome keine Metastasen bilden.
Trotzdem können sie je nach Größe und Lage die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Typische Beschwerden bei Myomen
Myome können sehr unterschiedliche Symptome verursachen.
Häufig sind:
sehr starke Regelblutungen
verlängerte Blutungen
Zwischenblutungen
Unterbauchschmerzen
Druckgefühl im Becken
Rückenschmerzen
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
häufiger Harndrang
Druck auf die Blase
Verstopfung
Völlegefühl oder sichtbare Zunahme des Bauchumfangs
Gerade starke oder lange Blutungen können zusätzlich zu einem Eisenmangel führen.
Mehr dazu findest du unter Menstruationsbeschwerden: starke, schwache oder unregelmäßige Blutungen.
Welche Arten von Myomen gibt es?
Myome werden unter anderem nach ihrer Lage unterschieden.
Submuköse Myome
Sie liegen direkt unter der Gebärmutterschleimhaut und können die Gebärmutterhöhle beeinflussen.
Auch kleinere Myome können hier starke Blutungen verursachen.
Intramurale Myome
Diese liegen innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter.
Sie gehören zu den häufigsten Formen.
Subseröse Myome
Sie wachsen eher nach außen in Richtung Bauchraum.
Je nach Größe können sie Druck auf Blase, Darm oder andere Strukturen ausüben.
Warum entstehen Myome?
Die genaue Entstehung ist komplex und nicht vollständig geklärt.
Sicher ist aber, dass Myome hormonabhängig wachsen.
Vor allem Estradiol und Progesteron beziehungsweise deren Rezeptoren spielen dabei eine Rolle.
Deshalb entstehen Myome typischerweise während der reproduktiven Lebensphase.
Sie treten besonders häufig zwischen etwa 30 und 50 Jahren auf.
Nach der Menopause werden Myome bei vielen Frauen kleiner, weil die hormonelle Stimulation deutlich abnimmt.
Ich würde deshalb den alten Satz:
"Estradiol ist für das Wachstum verantwortlich."
nicht mehr so verwenden.
Sauberer ist:
Das Wachstum von Myomen wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter Estradiol, Progesteron, Wachstumsfaktoren und individuelle Gewebereaktionen.
Myome und hormonelle Dysbalancen
Aus meiner Praxiserfahrung sehe ich bei Frauen mit Myomen häufig gleichzeitig hormonelle Beschwerden.
Dazu gehören zum Beispiel:
starke Blutungen
PMS
Brustspannen
Wassereinlagerungen
Zyklusstörungen
Beschwerden in der Perimenopause
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine einzelne hormonelle Dysbalance das Myom verursacht hat.
Ich betrachte deshalb nicht nur einen Estradiolwert, sondern das gesamte hormonelle Muster.
Mehr dazu findest du unter Progesteronmangel und hormonelle Dysbalancen.
Lese auch meine Informationen zu Östrogendominanz.
Myome in der Perimenopause
Gerade in der Perimenopause können Blutungen durch Myome stärker auffallen.
In dieser Phase verändern sich Estradiol und Progesteron teilweise deutlich.
Gleichzeitig wird der Zyklus unregelmäßiger.
Dadurch kann es schwer sein zu unterscheiden:
Kommt die starke Blutung von der hormonellen Umstellung oder vom Myom?
Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen.
Mehr dazu findest du unter Wechseljahre und Perimenopause.
Myome und Kinderwunsch
Nicht jedes Myom beeinträchtigt die Fruchtbarkeit.
Entscheidend ist vor allem:
Größe
Lage
Anzahl
Veränderung der Gebärmutterhöhle
Vor allem Myome, die in die Gebärmutterhöhle hineinragen, können bei Kinderwunsch eine größere Rolle spielen.
Deshalb sollte bei bestehendem Kinderwunsch immer individuell gynäkologisch beurteilt werden, ob ein Myom relevant ist.
Mehr dazu findest du unter Kinderwunsch ganzheitlich begleiten.
Diagnostik bei Myomen
Myome werden in der Regel gynäkologisch diagnostiziert.
Wichtige Untersuchungen sind:
gynäkologische Untersuchung
Ultraschall
gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren
Bei starken Blutungen können zusätzlich Laboruntersuchungen sinnvoll sein.
Dazu gehören zum Beispiel:
Blutbild
Ferritin
Eisenstatus
Bei hormonellen Begleitbeschwerden kann ergänzend auch die hormonelle Situation betrachtet werden.
Wann müssen Myome behandelt werden?
Nicht jedes Myom muss behandelt werden.
Wenn ein Myom klein ist und keine Beschwerden verursacht, reicht häufig die regelmäßige gynäkologische Kontrolle.
Eine Behandlung kann notwendig werden bei:
sehr starken Blutungen
Eisenmangel
starken Schmerzen
deutlichem Größenwachstum
Druck auf Blase oder Darm
Kinderwunsch
Beeinträchtigung der Gebärmutterhöhle
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt stark von Größe, Lage, Beschwerden, Alter und Kinderwunsch ab.
Ganzheitliche Begleitung bei Myomen
In meiner Privatpraxis behandle ich Myome nicht losgelöst vom gesamten hormonellen und körperlichen Bild.
Je nach Situation können berücksichtigt werden:
Progesteron und Estradiol
Zyklus
Perimenopause
Schilddrüse
Stressregulation
Leberstoffwechsel
Darm
Mikronährstoffe
Blutverlust und Eisenversorgung
Ernährung
bestehende gynäkologische Befunde
Aus meiner Praxiserfahrung lohnt sich gerade bei gleichzeitig starken Blutungen, PMS oder weiteren hormonellen Beschwerden eine umfassende Betrachtung.
Wichtig ist aber:
Naturheilkundliche oder hormonelle Maßnahmen ersetzen nicht die gynäkologische Kontrolle des Myoms.
Mehr über meine Vorgehensweise findest du unter Hormonsprechstunde und Regulationsanalyse.
Wann eine gynäkologische Abklärung wichtig ist
Bitte lasse Beschwerden gynäkologisch abklären bei:
neu auftretenden starken Blutungen
sehr langen Blutungen
starken Unterbauchschmerzen
deutlicher Zunahme des Bauchumfangs
Druck auf Blase oder Darm
Kinderwunsch
Blutungen nach der Menopause
schnellem Wachstum eines bekannten Myoms
Fazit
Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmuttermuskulatur.
Viele verursachen keine Beschwerden.
Wenn Symptome auftreten, stehen häufig starke Blutungen, Schmerzen oder Druckbeschwerden im Vordergrund.
Myome sind hormonabhängig, aber ihre Entstehung lässt sich nicht auf ein einzelnes Hormon reduzieren.
Entscheidend ist:
Wie groß ist das Myom, wo liegt es und welche Beschwerden verursacht es?
Heike Votteler, Heilpraktiker
Ganzheitliche Frauenheilkunde und bioidentische Hormone
Oy-Mittelberg/Allgäu


