Menstruationsbeschwerden: starke, schwache oder unregelmäßige Blutungen
Menstruationsbeschwerden können Frauen in jeder Lebensphase betreffen.
Besonders häufig verändern sich Blutung und Zyklus:
in der Pubertät
nach Schwangerschaften
nach dem Absetzen hormoneller Verhütung
bei hormonellen Dysbalancen
in der Perimenopause
bei Erkrankungen der Gebärmutter
Wichtig ist zunächst die Unterscheidung:
Menstruationsbeschwerden betreffen häufig Blutungsstärke und Blutungsdauer.
Zyklusstörungen betreffen dagegen vor allem den zeitlichen Rhythmus und die Zykluslänge.
Mehr dazu findest du unter Zyklusstörungen: Wenn der weibliche Zyklus aus dem Rhythmus gerät.
Wenn sich die Regelblutung verändert
Eine Veränderung der Menstruation kann sich sehr unterschiedlich zeigen.
Zum Beispiel:
deutlich stärkere Blutung
sehr lange Blutung
sehr schwache Blutung
Zwischenblutungen
Blutkoagel
starke Schmerzen
kürzere oder längere Zyklen
Blutungen außerhalb des gewohnten Rhythmus
Gerade wenn sich die Blutung plötzlich verändert, sollte nicht automatisch von einer hormonellen Ursache ausgegangen werden.
Hypermenorrhoe: sehr starke Regelblutung
Als Hypermenorrhoe wird eine ungewöhnlich starke Menstruationsblutung bezeichnet.
Typische Hinweise können sein:
sehr häufiger Wechsel von Binden oder Tampons
Durchbluten trotz ausreichendem Schutz
nächtliches Wechseln notwendig
größere Blutkoagel
starke Erschöpfung
Kreislaufprobleme
Eisenmangel
Starke Blutungen können hormonell bedingt sein, aber auch strukturelle Ursachen haben.
Mögliche Gründe sind zum Beispiel:
Myome
Polypen
Adenomyose
Endometriose
hormonelle Veränderungen
Gerinnungsstörungen
bestimmte Medikamente
Veränderungen in der Perimenopause
Mehr dazu findest du unter Starke Regelblutung und Hypermenorrhoe.
Menorrhagie: wenn die Blutung sehr lange anhält
Bei einer Menorrhagie ist die Menstruation ungewöhnlich lang und häufig zusätzlich stark.
Wenn Blutungen über viele Tage anhalten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Gerade in der Perimenopause können Blutungen unregelmäßiger, stärker oder länger werden.
Trotzdem gilt:
Nicht jede starke oder lange Blutung ist einfach "Wechseljahre".
Eine gynäkologische Untersuchung ist wichtig.
Starke und lange Blutungen - Menorrhagie
Hypomenorrhoe: sehr schwache Regelblutung
Bei einer Hypomenorrhoe ist die Menstruationsblutung ungewöhnlich schwach oder sehr kurz.
Mögliche Ursachen können sein:
hormonelle Veränderungen
sehr dünne Gebärmutterschleimhaut
starke Gewichtsabnahme
Untergewicht
Stress
intensive körperliche Belastung
hormonelle Verhütung
Veränderungen der Eierstockfunktion
Aus meiner Praxiserfahrung sehe ich schwächere Blutungen auch bei Frauen, deren Zyklus hormonell weniger stabil geworden ist.
Progesteron kann dabei eine Rolle spielen.
Ich würde aber nicht schreiben:
"Schwache Blutung bedeutet Progesteronmangel."
Das wäre zu eindeutig.
Mehr dazu findest du unter Progesteronmangel und hormonelle Dysbalancen.
Weitere Informationen zu Hypomenorrhoe - schwache Menstruationsblutung
Metrorrhagie: Blutungen außerhalb des normalen Zyklus
Zwischenblutungen oder Blutungen außerhalb der erwarteten Menstruation werden als Metrorrhagie bezeichnet.
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
hormonelle Schwankungen
Eisprungblutungen
Polypen
Myome
Veränderungen am Gebärmutterhals
Infektionen
hormonelle Verhütung
Schwangerschaft
Veränderungen in der Perimenopause
Gerade neu auftretende oder wiederkehrende Zwischenblutungen sollten gynäkologisch abgeklärt werden.
Erfahre mehr über Zwischenblutungen - die unerwartet auftreten können
Menstruationsbeschwerden und Schmerzen
Blutungsveränderungen treten häufig zusammen mit weiteren Beschwerden auf.
Dazu können gehören:
Unterleibsschmerzen
Rückenschmerzen
Bauchkrämpfe
krampfartige Gebärmutterkontraktionen
Kopfschmerzen
Migräne
Durchfall
Verstopfung
Erschöpfung
Starke Regelschmerzen werden als Dysmenorrhoe bezeichnet.
Mehr über die Rolle von Prostaglandinen findest du unter Menstruationskrämpfe und Prostaglandine.
PMS und Beschwerden vor der Menstruation
Wenn Beschwerden vor allem in der zweiten Zyklushälfte auftreten, kann auch PMS eine Rolle spielen.
Typische Beschwerden sind:
Brustspannen
Wassereinlagerungen
Reizbarkeit
Stimmungsschwankungen
Kopfschmerzen
Heißhunger
Schlafprobleme
Mehr dazu findest du unter PMS - Prämenstruelles Syndrom.
Hormonelle Ursachen
Aus meiner Praxiserfahrung spielen bei Menstruationsbeschwerden häufig hormonelle Veränderungen eine Rolle.
Relevant können unter anderem sein:
Progesteron
Estradiol
Eisprung
Schilddrüse
Stressregulation
Perimenopause
PCOS
Gerade wenn Eisprünge unregelmäßig werden, kann sich das Zusammenspiel von Progesteron und Estradiol verändern.
Das kann sich wiederum auf Blutungsstärke, Blutungsdauer und Zyklus auswirken.
Mehr dazu findest du unter Progesteronmangel und Östrogendominanz
Nach dem Absetzen der Pille
Auch nach dem Absetzen hormoneller Verhütung kann sich der Zyklus zunächst verändern.
Manche Frauen erleben:
stärkere Blutungen
unregelmäßige Zyklen
Akne
PMS
Haarausfall
Zyklusverzögerungen
Mehr dazu findest du unter Pille ganzheitlich verstehen und Post Pill Syndrom: Beschwerden nach dem Absetzen der Pille.
Ganzheitliche Betrachtung in meiner Praxis
In meiner Privatpraxis betrachte ich Menstruationsbeschwerden nicht nur anhand der Blutungsstärke.
Je nach Beschwerdebild können berücksichtigt werden:
Zyklusverlauf
Progesteron und Estradiol
Schilddrüse
Stress und Cortisol
Eisenstatus
Mikronährstoffe
Stoffwechsel
bestehende gynäkologische Befunde
Beschwerden wie PMS, Schmerzen oder Migräne
Wichtig ist immer die Kombination aus gynäkologischer Abklärung und hormonellem Gesamtbild.
Mehr über meine Vorgehensweise findest du unter Hormonsprechstunde und Regulationsanalyse.
Wann eine gynäkologische Abklärung wichtig ist
Eine gynäkologische Abklärung ist besonders wichtig bei:
plötzlich deutlich stärkeren Blutungen
Blutungen nach den Wechseljahren
wiederkehrenden Zwischenblutungen
sehr langen Blutungen
starken Schmerzen
Schwindel oder Kreislaufproblemen
Verdacht auf Eisenmangel
ungewöhnlichem Blutungsverhalten
Schwangerschaft oder möglicher Schwangerschaft
Fazit
Menstruationsbeschwerden können viele Ursachen haben.
Hormonelle Veränderungen spielen häufig eine Rolle, besonders in Pubertät, nach hormoneller Verhütung und in der Perimenopause.
Trotzdem sollte jede deutliche Veränderung der Blutung sorgfältig eingeordnet werden.
Entscheidend ist:
Wie stark ist die Blutung, wie lange dauert sie und tritt sie im normalen Zyklusrhythmus auf?
Heike Votteler, Heilpraktikerin
Ganzheitliche Frauenheilkunde und bioidentische Hormone
Oy-Mittelberg/Allgäu


