Libidoverlust bei Frauen: hormonelle und körperliche Ursachen
Weniger Lust auf Sexualität kann in jeder Lebensphase auftreten.
Manche Frauen bemerken nur vorübergehend eine Veränderung.
Andere erleben über längere Zeit:
deutlich weniger sexuelles Interesse
kaum spontane Lust
weniger Erregbarkeit
das Gefühl, Sexualität sei eher anstrengend als schön
weniger Nähebedürfnis
Schmerzen oder Trockenheit beim Geschlechtsverkehr
gleichzeitig Erschöpfung oder innere Unruhe
Gerade in hormonellen Umstellungsphasen kann sich die Libido deutlich verändern.
Libido ist mehr als ein einzelnes Hormon
Sexuelle Lust wird von vielen Faktoren beeinflusst.
Dazu gehören unter anderem:
Estradiol
Progesteron
Testosteron
DHEA
Stress und Cortisol
Schlaf
körperliche Energie
Schmerzen
Medikamente
psychische Belastung
Partnerschaft
Körpergefühl
Deshalb lässt sich Libidoverlust nicht auf einen einzelnen Hormonwert reduzieren.
Libidoverlust in den Wechseljahren
In der Perimenopause und Menopause verändern sich mehrere Hormone gleichzeitig.
Das kann unter anderem Einfluss haben auf:
sexuelles Interesse
Erregbarkeit
Durchblutung
Schleimhautfeuchtigkeit
Empfindlichkeit
Schlaf
Stimmung
Viele Frauen berichten außerdem über vaginale Trockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Wenn Sexualität unangenehm oder schmerzhaft wird, nimmt verständlicherweise häufig auch die Lust ab.
Mehr dazu findest du unter Wechseljahre und Perimenopause.
Testosteron und weibliche Libido
Auch Frauen bilden Testosteron.
Es spielt unter anderem bei sexuellem Interesse, Energie, Muskelstoffwechsel und Wohlbefinden eine Rolle.
Ein niedriger Testosteronwert bedeutet jedoch nicht automatisch Libidoverlust.
Umgekehrt kann Libidoverlust bestehen, obwohl der Laborwert unauffällig ist.
Deshalb sollte immer das gesamte Beschwerdebild betrachtet werden.
Estradiol und Schleimhäute
Estradiol beeinflusst die Schleimhäute im Intimbereich.
Sinkt die Östrogenwirkung nach der Menopause, können Beschwerden auftreten wie:
vaginale Trockenheit
Brennen
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Reizungen
häufiger Harndrang
wiederkehrende Blasenbeschwerden
Diese Veränderungen können die Sexualität deutlich beeinflussen.
Stress, Schlaf und Erschöpfung
Wer dauerhaft erschöpft oder angespannt ist, hat häufig weniger sexuelles Interesse.
Chronischer Stress, Schlafmangel und ein ständig aktiviertes Nervensystem können Lust und Erregbarkeit beeinflussen.
Viele Frauen beschreiben:
"Ich hätte grundsätzlich gerne wieder Lust, aber mein Körper ist einfach nur müde."
Gerade dann lohnt es sich, Schlaf, Stressregulation und hormonelle Situation gemeinsam zu betrachten.
Mehr dazu findest du unter Innere Unruhe in den Wechseljahren.
Lese auch meinen Blog Artikel über trockene Vaginalschleimhäute und Estriol.
Medikamente können die Libido beeinflussen
Auch Medikamente können sexuelles Interesse verändern.
Dazu gehören zum Beispiel bestimmte:
Antidepressiva
Blutdruckmedikamente
hormonelle Verhütungsmittel
weitere hormonell wirksame Medikamente
Medikamente sollten deshalb nicht eigenständig abgesetzt werden.
Bei Verdacht auf eine Nebenwirkung ist ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sinnvoll.
Ganzheitliche Betrachtung in meiner Praxis
In meiner Privatpraxis betrachte ich Libidoverlust nicht isoliert.
Je nach Situation können berücksichtigt werden:
Estradiol
Progesteron
Testosteron
DHEA
Schilddrüse
Cortisol und Stress
Schlaf
vaginale Beschwerden
Mikronährstoffe
Medikamente
Wechseljahresphase
Aus meiner Erfahrung lohnt es sich besonders, nicht nur nach der Frage zu suchen:
"Welches Hormon fehlt?"
Sondern:
"Was hat sich körperlich und hormonell verändert, seit die Lust nachgelassen hat?"
Mehr über meine Vorgehensweise findest du unter Hormonsprechstunde und Regulationsanalyse.
Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Eine genauere Abklärung ist sinnvoll, wenn:
der Libidoverlust über längere Zeit besteht
vaginale Trockenheit oder Schmerzen auftreten
gleichzeitig starke Erschöpfung besteht
deutliche hormonelle Beschwerden hinzukommen
Medikamente als mögliche Ursache infrage kommen
die Veränderung dich persönlich belastet
Fazit
Libidoverlust bei Frauen kann hormonelle, körperliche, psychische und partnerschaftliche Ursachen haben.
Gerade in den Wechseljahren spielen häufig mehrere Faktoren zusammen.
Deshalb sollte nicht nur ein einzelner Hormonwert betrachtet werden,
sondern das gesamte hormonelle und körperliche Bild.
Heike Votteler, Heilpraktikerin
Ganzheitliche Frauenheilkunde und bioidentische Hormone
Oy-Mittelberg/Allgäu


