BlogBeitrag: Wechseljahre: Patientinnen berichten über Ihre Beschwerden
Einige Frauen kommen ganz ohne Beschwerden durch die Wechseljahre. Bei der Vielzahl von möglichen Problemen leiden einige Frauen "nur" unter ein bis zwei Symptomen, manche Frauen trifft ein ganzer Blumenstrauß an Beschwerden.
Jede Frau nimmt Ihre Beschwerden auch unterschiedlich war.
Im heutigen BlogBeitrag fasse ich mal zusammen, mit welchen Problemen Frauen zu mir in die Praxis kommen.
Ich gebe original Aussagen von meinen Patientinnen wieder.
Frauen berichten über Ihre Wechseljahre
plötzlich begannen die Probleme, unregelmäßige Sturzbäche an Perioden, teils sehr schmerzhaft und langandauernd
es begann mit Kreislaufproblemen und Müdigkeit. Ich hatte immer einen niedrigen Blutdruck, plötzlich hatte ich immer wieder Blutdruckkrisen. Mein Blutdruck stieg teils über 180 an und fiel plötzlich wieder weit ab. Mein Hausarzt konnte mir nicht helfen, auch der Kardiologe nicht, mein Herz ist gesund
ich habe immer wieder Hitze, mal da, mal weg. Die Hitze kommt plötzlich aus dem Nichts, hält 2-3 Minuten an. Danach friere ich. Es tritt manchmal nur 2-3 Mal am Tag auf, immer öfters auch fast stündlich
ich leide seit einigen Wochen unter schlechter Laune, die kommt und geht. Ich bin ganz guter Stimmung und plötzlich könnte ich losheulen ohne rund oder werde aggressiv. Die Phasen kommen immer öfter. Meine Familie leidet schon furchtbar darunter.
ich gehe durch meinen Schlafmangel inzwischen auf dem Zahnfleisch. Seit über drei Monaten schlafe ich keine Nacht mehr als 2-3 Stunden. Hinzu kommen immer öfters Hitzeanfälle, die sich wie hohes Fieber anfühlen. Auch diese treten immer häufiger auf. Ich bin müde, erschöpft und ausgelaugt. Kann mich auch kaum mehr konzentrieren im beruflichen Alltag.
ich schwitze immer wieder heftig und danach friere ich extrem und das Ganze über 24 Stunden am Tag, seit mehreren Wochen. Ich muss mich mehrmals am Tag umziehen und nachts inzwischen sogar die Bettwäsche wechseln, weil sie klatschnass ist.
ich habe immer wieder Herzrasen, anfangs nachts, inzwischen auch tagsüber und seit kurzem leide ich auch unter Panikattacken die aus dem Nichts auftauchen und mit Herzrasen, Atemnot und Kreislaufproblemen einher gehen. Nach einer Panikattacke bin ich völlig fertig. Mein Schlaf wird auch immer schlechter
Ich kann seit über einem halben Jahr nicht bzw. sehr schlecht einschlafen. Ich liege oft Stundenlang wach. Ich kann meinen Alltag fast nicht mehr bewältigen weil ich am Tag so erschöpft bin.
starker Nachtschweiß kurz vor der Periode und um den Eisprung herum. Teils über 5 Tage! Alles klatschnass, als würde ich mit einem Eimer Wasser übergossen. Ich habe überhaupt keine Lebensqualität mehr, da es auch meinen Alltag sehr belastet. Ich bin immer müde und habe keinen Antrieb mehr
die KILO Katastrophe! ich nehme täglich an Gewicht zu. Meine Ernährung habe ich schon komplett umgestellt. Ich esse fast nur noch Gemüse, wenig Fleisch und verzichte weitgehend auf Kohlenhydrate. Trotzdem nehme ich immer mehr Gewicht zu.
ich nehme immer mehr zu und habe ständig Hitzewallungen
Ich habe ständig Hitzewallungen, kann schwer einschlafen, nehme immer mehr zu (schon 10kg in 14 Monaten), habe keinen Antrieb, bin müde und erschöpft und leide furchtbar unter Stimmungsschwankungen, die so langsam in eine Depression kippen.
plötzlich Bluthochdruck
starke Muskelschmerzen (wie Dauermuskelkater), starke Erschöpfung und Kopfschmerzen ist täglich
aus dem Nichts Herzrasen, Panikattacken und Angstzustände
extrem trockene vaginale Schleimhäute, aber ach alle anderen Schleimhäute in der Nase und Mund Rachenraum sind eher trocken. Ich habe auch wenig Speichel.
Die Aufzählung könnte ich unendlich fortführen.
Die Wechseljahresbeschwerden sind bei jeder Patientin anders. Jede Frau braucht deshalb auch Ihren individuellen Therapieansatz.
Estradioldominanz
Bei allen diesen Patientinnen bestätigte ein Hormonspeicheltest eine Estradioldominanz.
Die Frauen hatten alle einen ausreichend hohen Estradiolspiegel, aber das Progesteron war viel zu niedrig.
Alle hatten eine hormonelle Dysbalance, das Verhältnis Progesteron zu Estradiol war viel zu niedrig.
In den fruchtbaren Jahren brauchen wir Frauen 60-100 mal mehr Progesteron als Estradiol. Ist dieses Verhältnis zu niedrig, kommen die "bösen" Wirkungen von Estradiol zu Tage. Das Estradiol ist zu stark gegenüber dem Progesteron. Die beiden Hormone sind Gegenspieler (Antagonisten) und sollten deshalb immer in einem ausgewogenen Verhältnis sein.
Die oben genannten Beschwerden sind typische Estradioldominaz bzw. Progesteronmangelsymptome.
Mit einem Hormonspeicheltest können die Hormonverhältnisse ganz einfach bestimmt werden. Gerne kannst Du einen Hormonspeicheltest und eine Beratung bei mir bestellen.
Nebennierenschwäche und Nebennierenerschöpfung
Bei der Hormonbestimmung über einen Speicheltest sollte unbedingt auch das Cortisol mitbestimmt werden.
Bei einer Nebennierenschwäche oder sogar einer Nebennierenerschöpfung kommt es immer auch zum sogenannten Vorstufenraub.
Wenn die Nebenniere nur noch wenig Cortisol produzieren kann, wird Progesteron umgewandelt in Cortisol. Cortisol ist lebenswichtig, ohne Cortisol können wir nicht leben. Unser Körper hat hier einen essentiell wichtigen Mechanismus eingebaut, damit dies nicht passiert.
Es raubt aber Progesteron weg, was den Progesteronmangel noch zusätzlich verstärken kann und in Folge natürlich die Estradioldominanz verstärkt. Die Symptome nehmen immer weiter zu oder verstärken sich.
Ein Cortisolmangel fand sich auch in allen Hormonbefunden der oben erwähnten Patientinnen.
Typische Cortisolmangelsymptome sind Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Müdigkeit, Frieren, Kopfschmerzen, Migräne, Gewichtszunahme (v.a. Bauchfett), Schwitzen, Blutdruckprobleme,Verlangen nach Süßem, Koffein und anderen Drogen.
Progesteron, Estradiol und Cortisol
Diese drei Hormone spielen die erste Geige bei allen Wechseljahresbeschwerden.
Diese sollten auf jeden Fall bei einem Hormonspeicheltest gemessen werden.
In meiner Praxis werden bei einem Hormonspeicheltest immer auch Testosteron, DHEA und Estriol (das Schleimhautestrogen) mitbestimmt. Nur so haben wir eine aussagekräftige Laboranalyse.
Beispiel:
aus Testosteron wird Estradiol synthetisiert.
Der Testosteronwert gibt mir wichtige Hinweise warum das Estradiol zu hoch oder auch zu niedrig ist. Zudem gibt es auch ein Testosteron / Estradiol Verhältnis , das stimmen sollte. Wir Frauen brauchen 10 x mehr Testosteron als Estradiol.
Lass die Finger weg! von einer Selbstbehandlung mit Hormonen
Bitte experimentiere nicht mit bioidentischen Hormonen selbst herum. Ich sehe jede Woche in meiner Praxis was damit angerichtet werden kann. Sehr häufig werden die Hormongleichgewichte noch weiter verschoben.
Nur eine Progesteroncreme oder Progesterontabletten einzunehmen bringt kurzfristig Erfolg, aber auf Dauer führt es eher mehr in eine hormonelle Dysbalance.
Denke daran, Hormone sind winzig kleine Moleküle mit einer riesengroßen Wirkung auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Eine Hormonbehandlung braucht Zeit und Geduld.
Lese auch meinen zahlreichen anderen BlogBeiträge über Hormone, Frauengesundheit und Naturheilkunde.
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