Anamnese und Laboruntersuchungen
Eine gute Behandlung beginnt nicht mit einem Präparat und auch nicht mit einem einzelnen Laborwert.
Sie beginnt mit der Frage:
Was ist in deinem Körper aus dem Gleichgewicht geraten - und welche Zusammenhänge könnten hinter deinen Beschwerden stehen?
Deshalb steht am Anfang meiner Arbeit eine ausführliche Anamnese. Dabei erfasse ich nicht nur deine aktuellen Symptome, sondern auch deinen bisherigen gesundheitlichen Verlauf, deine Lebensphase, vorhandene Befunde und mögliche Belastungsfaktoren.
Laboruntersuchungen können anschließend helfen, bestimmte Zusammenhänge genauer einzuordnen. Sie werden jedoch nicht nach einem starren Standardschema durchgeführt, sondern passend zu deiner individuellen Fragestellung ausgewählt.
Mehr über meine übergeordnete Arbeitsweise erfährst du in der ganzheitlichen Frauenheilkunde.
Hormonsprechstunde und Regulationsanalyse
Die ausführliche Anamnese
In der Anamnese nehmen wir uns Zeit, deine Beschwerden und deren Entwicklung genau zu betrachten.
Dabei können unter anderem folgende Fragen eine Rolle spielen:
Seit wann bestehen deine Beschwerden?
Wann treten sie besonders stark auf?
Gibt es einen Zusammenhang mit deinem Zyklus?
Wie haben sich Schlaf, Energie und Belastbarkeit verändert?
Wie funktionieren Verdauung, Darm und Stoffwechsel?
Welche Rolle spielen Stress und emotionale Belastungen?
Welche Medikamente, Hormone oder Nahrungsergänzungsmittel nimmst du?
Welche Erkrankungen, Operationen oder familiären Belastungen sind bekannt?
Welche Untersuchungen und Therapien wurden bereits durchgeführt?
Bei Frauen beziehe ich außerdem Zyklus, Blutungsverlauf, Kinderwunsch, Schwangerschaften, Wechseljahre und bisherige hormonelle Behandlungen ein.
Die Anamnese hilft dabei, Muster und mögliche Zusammenhänge zu erkennen. Sie entscheidet auch darüber, welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind und welche nicht.
Körperliche Untersuchung und Befundaufnahme
Je nach Beschwerdebild kann sich an die Anamnese eine körperliche Untersuchung anschließen.
Dabei achte ich unter anderem auf:
Haut, Haare und Schleimhäute
Schwellungen oder Wassereinlagerungen
Bauch und Verdauungsorgane
Muskelspannung und Faszien
Kreislauf und Blutdruck
sichtbare Zeichen von Stoffwechsel- oder Nährstoffveränderungen
weitere körperliche Auffälligkeiten passend zum Beschwerdebild
Nicht jede Patientin benötigt dieselben Untersuchungen. Umfang und Vorgehen richten sich nach deinem individuellen Anliegen.
Laborwerte sind Hinweise – keine alleinige Diagnose
Laborwerte können wichtige Informationen liefern. Ein einzelner Wert erklärt jedoch selten das gesamte Beschwerdebild.
Ein Ergebnis muss immer im Zusammenhang betrachtet werden mit:
deinen Beschwerden
deiner Lebens- und Zyklusphase
dem Zeitpunkt der Probenentnahme
bereits eingenommenen Medikamenten oder Hormonen
Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln
Stress, Schlaf und körperlicher Belastung
weiteren Laborwerten und Befunden
Auch Werte innerhalb des Referenzbereichs schließen Beschwerden nicht automatisch aus. Umgekehrt bedeutet eine einzelne Abweichung nicht zwangsläufig, dass sie die Ursache aller Symptome ist.
Hormondiagnostik
Bei Zyklusbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Erschöpfung, Schlafproblemen, Kinderwunsch oder Verdacht auf eine hormonelle Dysbalance kann eine gezielte Hormondiagnostik sinnvoll sein.
Je nach Fragestellung können unter anderem folgende Hormone untersucht werden:
Progesteron
Estradiol
Estriol
Testosteron
DHEA
Cortisol
FSH und LH
Prolaktin
Schilddrüsenhormone
Nicht alle Hormone werden mit derselben Untersuchungsmethode bestimmt.
Steroid- und Stresshormone können je nach Fragestellung über einen Hormonspeicheltest untersucht werden. Im Speichel werden bestimmte freie Hormonanteile erfasst; der Test wird zu Hause nach einer genauen Anleitung durchgeführt. Labore bieten Speichelanalysen unter anderem für Cortisol, DHEA, Progesteron, Testosteron, Estradiol und Estriol an.
FSH, LH, Prolaktin und Schilddrüsenwerte werden dagegen im Blut bestimmt.
Wie die wichtigsten Hormone zusammenwirken, findest du kompakt in meiner Hormonübersicht.
Hormonspeicheltest
Der Hormonspeicheltest kann Hinweise auf die aktuelle hormonelle Situation und auf bestimmte Regulationsmuster geben.
Je nach Beschwerdebild können beispielsweise untersucht werden:
Progesteron und Estradiol bei Zyklusbeschwerden
Estriol bei Schleimhautbeschwerden
Testosteron und DHEA bei Libidoverlust oder Erschöpfung
Cortisol als Tagesprofil bei Stress- und Schlafproblemen
Melatonin bei ausgewählten Fragestellungen
Beim Cortisol können mehrere Proben über den Tag entnommen werden. Dadurch wird nicht nur ein einzelner Wert, sondern der zeitliche Verlauf sichtbar.
Der Test wird nicht isoliert bewertet. Zyklusphase, Uhrzeit, Beschwerden, verwendete Hormone und die korrekte Probenentnahme werden in die Auswertung einbezogen.
Erfahre mehr über den Hormonspeicheltest und lese meinen Beitrtag hier.
Schilddrüsendiagnostik
Die Schilddrüse beeinflusst Energie, Stoffwechsel, Körpertemperatur, Verdauung, Zyklus, Fruchtbarkeit und Nervensystem.
Je nach Beschwerdebild können unter anderem folgende Werte sinnvoll sein:
TSH
fT3
fT4
TPO-Antikörper
Tg-Antikörper
bei entsprechender Fragestellung TRAK
Typische Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Frieren, Haarausfall, Herzklopfen, innere Unruhe oder Zyklusveränderungen sollten nicht ausschließlich einem einzelnen Schilddrüsenwert zugeordnet werden.
Ich betrachte die Schilddrüse deshalb im Zusammenhang mit Sexualhormonen, Cortisol, Leber, Darm, Blutzucker und Nährstoffversorgung.
Minimal-invasive Blutuntersuchungen für zu Hause
Bestimmte Blutuntersuchungen können über ein minimal-invasives Testset durchgeführt werden.
Du entnimmst dabei nach Anleitung zu Hause eine kleine Blutprobe. Das Testset wird anschließend an das beauftragte Labor geschickt. Das Verfahren wird von spezialisierten Laboren als minimal-invasive Laboruntersuchung angeboten.
Je nach Laborprofil können damit beispielsweise Werte aus folgenden Bereichen untersucht werden:
Schilddrüse
Leber
Niere
Blutzucker und Stoffwechsel
Entzündungsparameter
Hormone
ausgewählte Vitamine und Spurenelemente
Nicht jeder Laborparameter eignet sich für diese Form der Probennahme. Ich prüfe deshalb vorab, ob ein Testset für die jeweilige Fragestellung ausreichend ist oder ob eine klassische Blutentnahme sinnvoller wäre.
Du kannst Deine Blutuntersuchungen auch in einem freien Labor in deiner Wohnortnähe durchführen lassen.
Mikronährstoffdiagnostik
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind an zahlreichen Stoffwechsel- und Regulationsprozessen beteiligt.
Je nach Beschwerden können beispielsweise folgende Bereiche betrachtet werden:
Eisenstoffwechsel
Vitamin B12 und Folat
Vitamin D
Magnesium
Zink
Selen
Kupfer
weitere ausgewählte Mikronährstoffe
Dabei ist entscheidend, welche Probe und welcher Wert für den jeweiligen Nährstoff aussagekräftig sind. Nicht jeder Mikronährstoff sollte nach demselben Verfahren untersucht werden.
Eine Laborbestimmung erfolgt deshalb gezielt und nicht als pauschales Komplettpaket.
Stoffwechsel-, Leber- und Nierenwerte
Hormone können nur dann sinnvoll eingeordnet werden, wenn auch wichtige Stoffwechsel- und Organfunktionen berücksichtigt werden.
Je nach Beschwerdebild können unter anderem interessant sein:
Stoffwechsel und Blutzucker
Nüchternglukose
HbA1c
Homaindex (Bestimmung Insulinresistenz)
Insulin
Blutfette
weitere ausgewählte Stoffwechselwerte
Leber und Galle
Leberenzyme
Bilirubin
weitere Parameter passend zur Fragestellung
Niere
Kreatinin
eGFR
Harnstoff
Cystatin C
Urinuntersuchungen
Welche Werte sinnvoll sind, hängt von deinen Beschwerden, deiner Vorgeschichte und bereits vorhandenen Befunden ab.
Diese Laboruntersuchungen kannst Du bei deinem Hausarzt oder in einem freien Labor bestimmen lassen.
Darmdiagnostik
Der Darm beeinflusst Verdauung, Nährstoffaufnahme, Immunsystem, Schleimhautbarriere und die Ausscheidung verschiedener Stoffwechselprodukte.
Eine Stuhluntersuchung kann je nach Laborprofil Hinweise geben auf:
Zusammensetzung ausgewählter Darmbakterien
Verdauungsrückstände
Entzündungsmarker
Schleimhautfunktion und Darmbarriere
Pilze oder andere Mikroorganismen
weitere ausgewählte Darmparameter
Das intestinale Mikrobiom umfasst Bakterien, Pilze, Viren und weitere Mikroorganismen. Für die Analyse wird eine Stuhlprobe verwendet, die nach Anleitung zu Hause entnommen und an das Labor geschickt wird
Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von deinen Beschwerden ab. Bei Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Nahrungsmittelreaktionen können andere Parameter wichtig sein als bei chronischen Entzündungen oder wiederkehrenden Infekten.
Mehr über meine naturheilkundliche Betrachtung des Darms findest du auf der Seite Darmgesundheit – dein Bauch im Gleichgewicht.
Wie läuft die Labordiagnostik ab?
1. Anamnese
Zuerst besprechen wir deine Beschwerden, bisherigen Befunde und die konkrete Fragestellung.
2. Auswahl der Untersuchungen
Ich entscheide gemeinsam mit dir, welche Laborwerte sinnvoll sind. Es wird nicht automatisch jedes verfügbare Profil bestellt.
3. Probenentnahme
Je nach Untersuchung erfolgt die Probenentnahme:
über Speichel
über eine minimal-invasive Blutprobe
über eine klassische Blutentnahme
über Stuhl
über Urin
gegebenenfalls über weitere Proben
Viele Proben kannst du nach Anleitung zu Hause entnehmen.
4. Untersuchung im Labor
Die Proben werden an ein externes Fachlabor geschickt und dort analysiert.
5. Befundbesprechung
Nach Eingang der Ergebnisse werden die Werte mit deinen Beschwerden, deiner Anamnese und vorhandenen Befunden zusammengeführt.
6. Individuelles Behandlungskonzept
Aus der Gesamtschau entsteht dein persönlicher Therapieplan. Dieser kann je nach Situation naturheilkundliche Arzneimittel, bioidentische Hormone in D4, Mikronährstoffe, Ernährung, Darm- und Leberunterstützung sowie Maßnahmen zur Stress- und Stoffwechselregulation umfassen.
Laborwerte im Rahmen meiner Hormon-Stoffwechsel-Regulation
In meiner Hormon-Stoffwechsel-Regulation nach Heike Votteler werden Laborwerte nicht als isolierte Zahlen betrachtet.
Ich verbinde die Ergebnisse mit den Bereichen, die für deine Beschwerden relevant sein können:
Sexualhormone
Schilddrüse
Nebenniere und Cortisol
Blutzucker und Insulin
Leber und Galle
Darm
Mikronährstoffe
Nervensystem und Schlaf
Je nach hormoneller Situation können bioidentische Hormone in D4 als feinstoffliche Regulationsimpulse in das Behandlungskonzept einbezogen werden.
Welche Untersuchungen brauchst du wirklich?
Mehr Laborwerte bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit.
Eine sinnvolle Diagnostik beantwortet eine konkrete Frage und hat eine therapeutische Konsequenz. Deshalb kläre ich vor jeder Untersuchung:
Was möchten wir herausfinden?
Welche Werte liegen bereits vor?
Welche Probe eignet sich dafür?
Wann sollte die Probe entnommen werden?
Was verändert das Ergebnis an der weiteren Behandlung?
So vermeiden wir unnötige Untersuchungen und konzentrieren uns auf die Werte, die für deine Situation tatsächlich hilfreich sind.
Anamnese und Labordiagnostik in meiner Praxis
Du möchtest deine Beschwerden genauer einordnen lassen oder vorhandene Laborwerte ganzheitlich besprechen?
In meiner Hormonsprechstunde oder naturheilkundlichen Sprechstunde klären wir, welche Diagnostik zu deinem Anliegen passt und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
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Heike Votteler · Heilpraktikerin
Privatpraxis für ganzheitliche Frauenheilkunde und Naturheilkunde
Oy-Mittelberg bei Kempten im Allgäu
Häufige Fragen zu Anamnese und Laboruntersuchungen
Muss ich vorhandene Laborbefunde mitbringen?
Ja. Bringe möglichst alle aktuellen Laborbefunde, Arztbriefe und eine Liste deiner Medikamente, Hormone und Nahrungsergänzungsmittel mit. Dadurch können unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden.
Werden bei jedem Ersttermin Laboruntersuchungen gemacht?
Nein. Zuerst wird geklärt, welche Untersuchungen für dein Anliegen sinnvoll sind. Häufig liegen bereits Befunde vor, die zunächst eingeordnet werden können.
Kann ich die Proben zu Hause entnehmen?
Speichel-, Stuhl-, Urin- und bestimmte minimal-invasive Blutproben können nach Anleitung zu Hause entnommen werden. Andere Werte erfordern eine klassische Blutentnahme.
Wer untersucht die Proben?
Die Analyse erfolgt in externen Fachlaboren. Die Ergebnisse werden anschließend im Zusammenhang mit deiner Anamnese und deinen Beschwerden besprochen.
Sind die Laborkosten im Behandlungspreis enthalten?
Die Laborkosten werden in der Regel separat vom ausführenden Labor berechnet. Umfang und voraussichtliche Kosten werden vor der Untersuchung besprochen.